Cornelia Reitberger: Digitale Verwaltung und moderne Stadt in Neubrandenburg
Digitale Verwaltung und moderne Stadt: einfacher, sicher und näher am Alltag
Digitale Angebote können Wege verkürzen und Verfahren beschleunigen. Neubrandenburg arbeitet 2026 an durchgängigen Online-Prozessen, der E-Akte und dem digitalen Bauantrag.
Digitalisierung soll den Alltag einfacher machen
Digitale Verwaltung ist dann erfolgreich, wenn Bürgerinnen und Bürger sie nicht als technisches Projekt, sondern als konkrete Erleichterung erleben. Wer einen Antrag stellen, eine Urkunde bestellen oder einen Verwaltungsprozess verfolgen möchte, sollte dafür möglichst nicht mehrfach dieselben Daten eingeben, Formulare ausdrucken oder zusätzliche Wege ins Rathaus einplanen müssen.
Neubrandenburg verfolgt nach eigener Darstellung genau dieses Ziel. Die Stadt will nicht nur einzelne Formulare online stellen, sondern Verwaltungsleistungen möglichst vollständig digital abbilden. Dafür müssen interne Abläufe, Fachverfahren, Identitätsnachweise, Bezahlung und Zustellung von Bescheiden zusammenpassen. Dieser sogenannte Ende-zu-Ende-Ansatz ist technisch anspruchsvoller als ein digitales PDF-Formular, hat für Nutzerinnen und Nutzer aber einen deutlich größeren Nutzen.
Was bereits digital möglich ist
Die städtische Projektübersicht nennt mehrere Dienste, die Bürgerinnen und Bürger bereits online nutzen können. Dazu gehören beispielsweise Leistungen rund um die Kfz-Zulassung, Urkunden des Standesamtes, Hundesteuer, Wohnsitzanmeldung, Bescheinigungen in Steuersachen und verschiedene Einwohneranliegen. Beim Urkundenportal des Standesamtes lag der Online-Anteil 2024 und 2025 nach Angaben der Stadt bereits bei rund 37 bis 38 Prozent.
Diese Zahl ist interessant, weil sie zeigt, dass digitale Angebote tatsächlich genutzt werden, wenn sie verständlich und praktisch sind. Gleichzeitig bedeutet eine hohe Online-Nutzung nicht, dass persönliche Zugänge überflüssig werden. Nicht jeder Mensch verfügt über dieselbe digitale Erfahrung, dieselben Geräte oder barrierefreie Nutzungsmöglichkeiten. Eine gute Verwaltung muss deshalb digitaler werden, ohne Bürgerinnen und Bürger auszuschließen.
Der digitale Bauantrag als Pilotprojekt
Besonders konkret wird die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Land beim digitalen Bauantrag. Grundlage ist ein landesweites Bauportal nach dem Prinzip „Einer für alle“. Neubrandenburg arbeitet als Pilotkommune mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben der Stadt ist die Schnittstelle zwischen dem Bauportal und der städtischen Fachsoftware ProBauG produktiv nutzbar.
Das Ziel ist ein medienbruchfreier Prozess. Antragsdaten sollen nicht aus einem digitalen Portal ausgedruckt und anschließend manuell in ein anderes System übertragen werden müssen. Stattdessen werden sie direkt in die Fachanwendung übernommen. Das spart Arbeitsschritte, kann Fehler reduzieren und Bearbeitungsprozesse transparenter machen.
Die Stadt arbeitet bereits mit einem digitalen Vorgangsraum. Weitere Schritte betreffen die Öffnung des digitalen Bauantrags für alle Antragsstrecken und den Ausbau des Dokumentenmanagements. Solche Projekte zeigen, wie wichtig gemeinsame technische Standards sind. Wenn jedes Amt eigene Lösungen entwickeln müsste, würden Kosten und Aufwand steigen.
2026: Ende-zu-Ende-Digitalisierung als Schwerpunkt
Für 2026 nennt die Stadt drei bis fünf priorisierte Verwaltungsleistungen, die vollständig digital abgewickelt werden sollen. Gemeint ist ein Prozess, bei dem Online-Antrag, sicheres Bezahlen, Statusabfrage und Zustellung des Bescheides digital miteinander verbunden sind. Dafür sollen zentrale Komponenten wie BundID und landesweite Bezahlsysteme genutzt werden.
Dieser Ansatz kann besonders dann überzeugen, wenn Bürgerinnen und Bürger jederzeit sehen können, was als Nächstes passiert und ob Unterlagen fehlen. Transparenz ist ein wichtiger Teil guter Digitalisierung. Ein digitales Verfahren, das zwar online startet, dann aber wochenlang ohne Statusinformation bleibt, erfüllt die Erwartungen nur teilweise.
Einfachheit
Digitale Angebote sollten verständlich sein, möglichst wenige Schritte benötigen und auf Smartphone wie Desktop zuverlässig funktionieren.
Sicherheit
Datenschutz, Informationssicherheit und sichere Identifizierung müssen von Anfang an Bestandteil digitaler Verfahren sein.
Barrierefreiheit
Digitale Verwaltung muss auch für Menschen mit Einschränkungen nutzbar sein und darf persönliche Hilfen nicht ersatzlos abschaffen.
Gemeinsame Standards
Land und Kommunen können Kosten und Doppelarbeit reduzieren, wenn technische Basiskomponenten gemeinsam genutzt werden.
Digitalisierung ist auch eine Personalfrage
Neue Software allein verändert Verwaltung noch nicht. Beschäftigte müssen Prozesse verstehen, neue Systeme sicher bedienen und wissen, wie digitale und analoge Arbeitswege zusammenpassen. Fortbildung und Veränderungsmanagement sind deshalb genauso wichtig wie Technik.
Gute Digitalisierung kann Mitarbeitende entlasten, wenn wiederkehrende Aufgaben automatisiert und Daten nicht mehrfach erfasst werden müssen. Sie kann aber auch zusätzliche Belastung erzeugen, wenn alte und neue Verfahren dauerhaft parallel laufen. Deshalb sollte die Umstellung konsequent geplant und schrittweise abgeschlossen werden.
Unternehmen profitieren ebenfalls
Digitale Verwaltung ist nicht nur ein Service für Privatpersonen. Unternehmen sind auf Genehmigungen, Bauverfahren, Vergaben und zahlreiche weitere Verwaltungsleistungen angewiesen. Schnelle, nachvollziehbare digitale Prozesse können Investitionen erleichtern und die Standortqualität verbessern.
Gerade beim digitalen Bauantrag zeigt sich dieser Zusammenhang. Wenn Planungsunterlagen sicher digital eingereicht und medienbruchfrei bearbeitet werden können, sparen Verwaltung, Planungsbüros und Bauherrschaften Zeit. Die Qualität des digitalen Staates wird damit zu einem Wirtschaftsfaktor.
Welche Rolle hat das Land Mecklenburg-Vorpommern?
Kommunen können Digitalisierung nicht allein stemmen. Viele rechtliche und technische Grundlagen werden auf Landes- oder Bundesebene gesetzt. Das Land kann gemeinsame Plattformen, Identitätsdienste, Bezahlsysteme, Standards und Sicherheitsstrukturen bereitstellen. Ebenso wichtig ist finanzielle und fachliche Unterstützung für Kommunen.
Neubrandenburg arbeitet bereits gemeinsam mit dem Land beim Bauportal. Diese Zusammenarbeit kann als Beispiel dafür dienen, wie Lösungen nicht in jeder Kommune neu entwickelt werden müssen. Entscheidend ist, dass gemeinsame Systeme zuverlässig funktionieren und lokale Fachverfahren sinnvoll angebunden werden können.
Cornelia Reitberger und die Digitalisierungsfrage
Cornelia Reitberger lebt in Neubrandenburg und kandidiert auf Platz 47 der SPD-Landesliste. Eine konkrete persönliche Aussage zur E-Akte, zum Bauportal oder zu einzelnen Online-Diensten der Stadt wird hier nicht behauptet. Die dokumentierte Entwicklung liefert stattdessen die Grundlage für eine offene landespolitische Frage.
Interessant wäre, wie sie das Verhältnis von digitalen und persönlichen Verwaltungsangeboten bewertet, welche Priorität sie Datenschutz und Barrierefreiheit gibt und wie das Land kleinere und größere Kommunen bei gemeinsamen Systemen unterstützen sollte.
Eine moderne Stadt braucht digitale und menschliche Zugänge
Die Digitalisierung kann viele Verwaltungswege verkürzen. Ihr Erfolg hängt aber davon ab, ob Menschen ihr vertrauen und sie problemlos nutzen können. Technik darf deshalb nicht zum Selbstzweck werden. Sie sollte messbar Zeit sparen, Transparenz erhöhen und Beschäftigte entlasten.
Neubrandenburg hat 2026 mehrere konkrete Bausteine in Arbeit. Die nächste Herausforderung besteht darin, aus Einzelprojekten eine durchgängige digitale Verwaltung zu entwickeln. Genau an dieser Stelle wird die Zusammenarbeit mit dem Land entscheidend.
FAQ: Digitale Verwaltung
Was bedeutet Ende-zu-Ende-Digitalisierung?
Ein Verwaltungsverfahren soll vom Online-Antrag über Bezahlung und Statusabfrage bis zur Zustellung des Bescheids digital funktionieren, ohne unnötige Medienbrüche.
Welche digitalen Bausteine nutzt Neubrandenburg bereits?
Die Stadt nennt unter anderem XRechnung, E-Akte, eine vorbereitete E-Poststelle und verschiedene Online-Dienste für Bürgerinnen und Bürger.
Welche Rolle hat Neubrandenburg beim digitalen Bauantrag?
Die Stadt arbeitet als Pilotkommune mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Schnittstelle zwischen Bauportal und Fachsoftware ProBauG ist nach Angaben der Stadt produktiv nutzbar.
Werden persönliche Verwaltungsangebote abgeschafft?
Das wird auf dieser Seite weder gefordert noch behauptet. Die Leitfrage betont ausdrücklich, dass digitale Angebote nicht zu einem Abbau persönlicher Zugänge führen sollen.
Wird Cornelia Reitberger eine Digitalposition zugeschrieben?
Nein. Die Seite beschreibt aktuelle kommunale Projekte und stellt daraus eine politische Frage an sie.
Geprüfte Quellen
- Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg – Bau- und Entwicklungsprojekte
- Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg – Digitaler Bauantrag
- Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg – Elektronische Rechnungen
- Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern – Landtagswahl 2026
Stand der inhaltlichen Prüfung: September 2026. Technische Projektstände können sich fortentwickeln; wiedergegeben wird der aktuell veröffentlichte Stand.

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